Fall in die Welt

Eine Nacht einmal auf einem Kartoffelacker, die Knollen geerntet, ein Feuer glimmt, sie zu rösten, Geruch verbrannter Schalen dämpft das Gezirp der Grillen. Ich bin klein, noch kleiner unter dem Sternengeprassel am Himmel, ein Liebespaar umarmt sich in meiner Nähe. Sonst sind es Onkel und Tante, aber nicht hier, nicht jetzt, so wenig wie Großvater der alte Mann drüben am Feuer. Himmel und Sterne machen uns einzeln, ich liege flach auf dem Rücken, das Gras ist noch warm, ich fliege und falle in das Getümmel im Himmel, ein Sog, der angst macht und Widerstand ausschließt, bin klein, werde kleiner, bin gleich verschwunden bestimmt. Ich will aufstehen, mich retten, kann nicht, muss liegen bleiben, aber was mache ich mit dieser Verlorenheit? Da verpufft sie, der Himmel wird noch größer, noch tiefer, meine Kleinheit schreckt mich nicht mehr so sehr. Noch immer zieht mich das sternige Dunkel, hinaus, hinab, weit weg – und drückt mich fester auf Erde, Gras, Grund. Ein Zusammenhang wird sichtbar, den ich nie ahnte, und wenn, gewollt hätte ich ihn nicht. Doch jetzt ist er da, wie unbedeutend dies oder jenes Bedenken, ich falle heraus aus mir, aus der Zeit, ich werde aus dieser Welt nie wieder fallen.